INSIDE MAN
KOMMENTAR
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 1. JANUAR 2009.
Spike Lee, der zu den einflussreichsten Filmemachern der USA gehört, beschäftigt sich in seinen Filmen mit gesellschaftlichen und sozialen Themen, insbesondere mit dem Rassismus.
In „Inside Man“ (2006), erzählt er die Geschichte von einem (raffinierten) Banküberfall auf eine Privatbank. Hier mischen sich die Mitglieder der Bande unter ihre Geisel, so dass die herbeigerufene New Yorker Polizei kaum zwischen ihnen und den Tätern unterscheiden kann. Für den Einsatzleiter Keith Frazier (Denzel Washington), ist der Überfall keine alltägliche Geschichte. Erst langsam erahnt er, dass es den Tätern nicht um das Geld in den Tresoren geht, sondern um einen Nazi-Kollaborateur. Trotz des herausragenden Star-Ensembles (u. a. spielen: Ashley Atkinson, Willem Dafoe, Clive Owen, Jodie Foster, Christoper Plummer), wird nicht recht klar, wohin hier die Reise des Spike Lee geht.
Der Thriller ist zwar klug inszeniert, doch der Stoff, der schon längst abgearbeitet ist, reibt sich beständig an seinen politischen Aussagen. Terror in New York ist seit dem 11. September zu einem beliebigen Thema geworden, dass auch hier ausgebreitet wird. Es ist immer die Reflektion auf arabisch aussehende Menschen (eine Geisel wird sogar des Terrorismus bezichtigt), die im Fokus stehen. Ein ernsthaftes Statement zum Terrorismus liefert Lee nicht ab. Zu wenig wird diese Bedeutung klar, wenn Lee überhaupt darauf abzielen sollte; denn ansonsten müsste man den Film tatsächlich nur als Thriller behandeln.