MADAGASCAR
DER BESUCH IM ZOO
Sie leben im Zoo, in einem New Yorker Zoo: Alex der Löwe, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferd-Dame Gloria. Ihnen geht es dort gut, die Grundversorgung ist gewährleistet und sie brauchen dafür für die Zoobesucher nur „den Affen“ zu machen. So leben sie vor sich hin. Als eines Tages Pinguine den Ausbruch Richtung Antarktis wagen, kommen sie ins Grübeln. Zunächst sind alle noch ängstlich, doch mehr und mehr bekommen sie Lust auf Freiheit. Und debattieren darüber, wie sie sie erreichen können.
Das Zebra Marty will nur durch New York schlendern, vielleicht mit dem Zug „kurz um die Ecke“ und gucken. Und plötzlich sehen sich Martys Freunde auf den New Yorker Straßen wieder; denn das Zebra hat seinen Plan in die Tat umgesetzt. Sie nehmen die Suche auf und erregen öffentliche Aufmerksamkeit. Sicherheitskräfte nehmen die Tiere fest. Die Strafe: Die Tiere werden verschifft und sollen in Afrika, in ihrer alten Heimat, ausgesetzt werden. Nach einer aufregenden Reise werden sie in Madagascar an Land gespült und sind nun gezwungen, sich dort zu behaupten.
„Dreamworks Animation“ hat unter der Regie von Gary Trousdale (2005) wieder einmal gezeigt, welche Herausforderungen es für sie heute gibt. Durchaus hat man sich wieder mit einem Zeichentrickfilmabenteuer Mühe gegeben, die gesamte Phalanx des technisch Machbaren auszuloten. Gut gelungen sind etwa die Lemuren, aber auch der Strand von „Madagascar“ kann sich sehen lassen. Alles andere wirkt dagegen schon zu sehr solide. Es entsteht auch der Eindruck, dass selbst die Gags nur aus amüsanten Einfällen bestehen, die dann doch letztlich wenig überzeugend sind.
Freundschaft und Freiheit werden hier großgeschrieben. Doch sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden wollen, dass selbst in Animationen stets gesellschaftliche Problem erörtert werden müssen? Das wäre dann zu viel des Guten! Nur Louis Armstrongs „What a Woderful World“, kann andeute, dass hier alles nicht so ernst gemeint ist. Vielleicht letztlich nur ironisch?
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 5. JANUAR 2010. |