Dr. DOLITTLE 2
DER MIT DEN TIEREN REDET
Hat Eddie Murphy wirklich eine Beziehung zu Tieren? In „Dr. Dolittle 2“ (Regie: Steve Carr, 2001) jedenfalls ist es ihm wieder einmal nicht gelungen, witzig zu sein. Der Dr., der ganz alleine nur die Sprache der Tiere versteht, ist weit von seiner Bestform entfernt. Eigentlich, um es deutlich zu sagen, ist Murphy ein miserabler Schauspieler. Ob „Beverly Hills Cop“, „Der Prinz aus Zamuda“, „Der verrückte Professor“, „Der Kindergarten Daddy“, oder die „Geistervilla“: Immer wieder sind es seine abgestandenen Witze, die buchstäblich „zum Himmel stinken“.
Warum der Dr. aus San Francisco der Einzige bleibt, der sich nur mit Tieren unterhalten kann, sogar ihre Qualen und Sorgen versteht, bleibt dem Zuschauer auch hier verschlossen. Schlimm ist die ganze Geschichte deshalb, weil zum X-Male auf der Naturschutzwelle herum getrampelt wird, die es wahrlich nicht verdient hat, eine solche „Koryphäe“ wie Eddie Murphy als Bystander zu haben.
Ein Wald und seine Bewohner muss gerettet werden. Dolittle, der augenscheinlich „seine Tiere“ mehr liebt, als seine Familie, muss nun retten, was zu retten ist. Erst legt er sich seiner Frau an, dann mit der pubertierenden Tochter und schließlich geht die ganze „Tiersache“ auch noch vor Gericht. Der Wald, der später unter Artenschutz gestellt wird, hält so mache Außergewöhnlichkeiten parat: Da gibt es z. B. den Braunbär Archie, der einem Bärenweibchen den Hof macht und sich einen Bienenkorb krallen will. Diese Zirkuskunststücke sind dann doch relativ gut in Szene gesetzt. Alles andere ist es nicht wert, erzählt zu werden. Die Vermenschlichung der Tiere, was man übrigens immer wieder im Film beobachten kann, wird gelinde gesagt mehr und mehr zur Last dieser und ähnlicher Streifen.
Sollte man noch über das Drehbuch reden wollen, dann fällt einem auf, dass das Unvermögen, Filme in Szene zu setzen, nicht allein an Murphy liegt, sondern auch an diesem herunter geschriebenen Einerlei aus gesammelten Witzchen. Alles erscheint einem zudem unlogisch. Wenn etwa zum Ende des Films die Tochter, die sich gerade wegen Vaters „Tierliebe“ in ihre Ecke zurückzieht und schmollt, zur Avantgardisten für den Erhalt des Waldes wird, dann fällt es einem wie Schuppen aus den Haaren: Das Beste an diesem Film ist, dass er schon seit 87 Minuten vorbei ist.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 6. JANUAR 2011. |