COLD CREEK MANOR - DAS HAUS AM FLUSS
EIN ABGEHALFTERTES MARKTPRODUKT
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 17. JULI 2007.
Kaum eine Woche vergeht ohne dass nicht irgendein neuer Psychothriller die Leinwand erobern will. „Das Haus am Fluss" (Regie: Mike Figgis, 2003) will die Messlatte hoch ansetzen; denn mit berühmten Schauspielern will auch der Film letztlich berühmt werden.
Cooper Tilson (Dennis Quaid) und seine Frau Leah (Sharon Stone) ziehen mit ihren beiden Kindern von Manhattan aufs Land und kaufen ein altes und renovierungsbedürftiges Haus, genannt "Cold Creek Manor". Das Anwesen gehört seit Generationen der Familie Massie. Dale Massie (Stephen Dorff), der hochverschuldet den Familienbesitz veräußern musste, bietet eines Tages der Familie seine handwerklichen Dienste an, die sie auch dankbar annimmt. Schon bald dreht der Psychopath am Rad und terrorisiert die Familie. „Das Haus am Fluss" ist ein unterdurchschnittliches B-Movie, das an seiner Mittelmäßigkeit scheitert, was sich von Szene zu Szene auch auf die Schauspieler überträgt.
Diese Filme von der Stange läuten möglicherweise ein Ende dieses Genres ein. Es kann kaum noch beeindrucken, weil die Abläufe immer gleich sind. Alle Finten scheinen ausgereizt, alle Ideologien sind bemüht worden, alle Ideen verfilmt, alle Charaktere dargestellt und möglicherweise sind auch alle Drehbücher bereits sogar schon geschrieben worden. Alles wird eins. Dass das Zeitalter der globalen Kulturindustrie selbstredend nicht vor dem Film halt macht, dürfte eine Binsenweisheit geworden sein. Die Frage besteht nur darin, wann diese Verschmelzung von Technologie versus Kultur zum letzten Schub ansetzt, und wann sich die Abhängigkeit von der Wirtschaft (z. B. in der Computertechnik) als maßgebliches Prinzip der globalen Kulturindustrie vollends entlädt? Bei Filmen ähnlich wie „Cold Creek Manor“ gibt es so etwas wie eine kulturelle Vereinheitlichung. Denn dieses Filmmodell basiert auf rein kommerzielle Interessen, die von Marktkräften (z. B. der Fertigungsindustrie) subventioniert und gesteuert werden. Dass man sich an Stars orientiert, spricht für diese imaginären Filmgemeinschaften, die ähnlich wie beim Spitzenfußball den Konsumenten mit regelmäßigen und übermäßigen Dosen der Unterhaltung zuschütten. Auch sind diese (Psycho-)Thriller nur Produkte der technologischen Massenproduktion und deren Verteilung. Zu erwarten ist also von diesem Designergenre nichts mehr. Jene „Kulturgüter“ entsprechen nämlich nicht in erster Linie einer Handlung und Darstellung, Innovation oder Kreativität, sondern der Medienindustrie und seinen massenhaften Produkten. Bei Massenware leidet die Qualität enorm. So soll man sich auch nicht von bekannten Namen wie Juliette Lewis (die hier Ruby spielt), Christopher Plummer (als Mr. Massie), Sharon Stone und Dennis Quaid blenden lassen, denn hier (wie auch anderswo) gerät alles zunehmend in die längerfristige Abhängigkeit vom Markt. Eine freie Filmgestaltung gibt es daher ebenso wenig wie unabhängige Filmemacher, die alles anders und besser machen wollen.
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