DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE
ZWEIT- BIS DRITTKLASSIG
Harry Potter zerbricht an seinem Zauberstab. Zerbricht auch der gesamte Fantasy-Film daran? Bisher hat er sich davon genährt, dass in ihm das Spektakel vorherrschte und dass die Leinwände mit Computeranimationen nur so überfüttert worden waren. Mit den 3D-Animationen, haben diese Filme noch einmal einen Schub bekommen, was nicht heißt, dass sie dadurch besser und sehbarer geworden sind. Bei den „Chroniken von Narnia“ ist es so, dass sie eher befremdlich wirken. Vermutlich deshalb gibt es davon gleich zwei Fassungen, eine „normale“ und eine „3D-Fassung“.
Diesmal, so will es die Geschichte von „Narnia“, werden die Pevensie-Geschwister Edmund und Lucy (Georgie Henley und Skandar Keynes) nebst dem Cousin Eustace (Will Poulter) in ein Gemälde hinein gespült. Das Wasser ergießt sich in ihrem Zimmer. Die Heranwachsenden, die jetzt im offenen Meer strampeln, werden schnell von der „Morgenröte“ in Empfang genommen, wo sie bereits Prinz Kaspian (Ben Barnes), die Maus Reepicheep und andere begrüßen.
Nun geht es nach „Narnia“. Was man dort will, wird auch dem Fan nicht zugänglich. Aber diese Reise ist schicksalhaft! Den drohenden Mächten soll getrotzt werden Aus welchen Gründen, dürfte unklar bleiben. Immer nur die „Zukunft des Reiches“ auf die Fahnen zu schreiben, um daraus einen Film, oder besser eine Fortsetzung zu stricken, ist doch arg abgehangen. Irgendwann taucht dann auch der sprechende Löwe „Aslan“ auf, der anmahnt und Ratschläge erteilt. Urplötzlich findet sich dann das Trio wieder in ihrem Zimmer ein.
„Die Chroniken von Narnia“ weisen mit Tolkiens „Herr der Ringe“ und mit „Harry Potter“ zahlreiche Parallelen auf. Diesen Filmen ist gemeinsam, dass sie fahrig und uninspiriert sind und auf ein Spektakel insistieren. Die Figuren bieten, bis vielleicht auf „Gollum“ aus dem „Herrn der Ringe“, nichts oder wenig Neues, was daran liegen mag, dass einem der Zugang zu ihnen versperrt bleibt. So erweist sich vor allem die neue Folge von „Narnia“ für einen abendfüllenden Film als viel zu wenig.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 18. DEZEMBER 2010. |