FRANKENSTEINS BRAUT
EIN MEISTERSTÜCK
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 6. OKTOBER 2010.
Die Fassung von 1935 war ein Meisterstück von James Whale (Regie). „Frankensteins Braut“ gehörte mit zu den ersten Frankenstein-Filmen überhaupt. Und war nach 1931 ein weiterer Kassenerfolg von Whale. Es war Boris Karloff (als Monster) zu verdanken, dass dieser Film in die Filmgeschichte eingehen konnte.
„Frankensteins Braut“ war eine originelle Mischung aus Schauder und Komödie. In vielerlei Hinsicht übertraf sich Whale selbst. Karloff, der hier nur einige Worte stammeln brauchte, überzeugte vor allem durch seine Präsenz im Film. Seine, schon verzweifelte, Suche nach einem Freund ist tief anrührig.
Das Ungeheuer, dass durch die Umstände und die gesellschaftliche Verachtung zum Töten gezwungen wird, wird perfekt durch die Kameraarbeit dargestellt. Dazu gesellen sich die außergewöhnliche Musik, die Ausstattung des Films und die Stimmungslage.
Die Monster-Partnerin (Elsa Lanchester), die zunächst durch Frankensteins Äußeres abgestoßen wird, wird sich später zu ihm gesellen. Die gestammelten Worte des Monsters „einen Freund“ zu haben, erfüllen sich damit.
Ihr Erscheinen selbst passt perfekt in die Hochzeitszeremonie. Die Szenen sind ein Highlight. Zunächst wird sie durch Henry Frankenstein (Colin Clive) in seinem Labor aus ihrem mumifizierten Körper erweckt, um sich dann durch ein unnachahmliches Zischen bemerkbar zu machen- ein ästhetischer Genuss.
Der Schwarz-Weiß Film setzt auf starke Kontraste, die immer wieder durch gut durchdachte Lichteinfälle ergänzt werden. Die Stimmung, die hier erzeugt wird, und die viele vom sog. schwarzen Humor hat, konnte durch einen anderen Film getoppt werden: „Frankenstein Junior“ aus dem Jahre 1974.
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