von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 8. FEBRUAR 2010. Es gab einen Film mit Heinz Rühmann, der sich „Der Herr vom anderen Stern“ (Regie: Heinz Hilpert, 1948) nannte. Dort landete ein verirrter Sternenbewohner auf der Erde und nahm die Gestalt eines Menschen an, erlebte die Tücken des irdischen Lebens, lernte aber auch die Freuden der Liebe kennen. Das damalige Drehbuch war unlogisch und die Regie ohne Konzept, allenfalls der Wille, Unterhaltung abzuliefern sowie der Mut zur Improvisation, stachen ins Auge. Ähnlich geht es „K-Pax - Alles ist möglich“ (Regie: Iain Sofley, 2001).
Die Story ist nicht besonders originell. Wer vom Himmel fällt, der bricht sich die Flügel. Damit ist der Film eigentlich bestens charakterisiert. Jeff Bridges spielt den Psychiater Dr. Mark Powell, der darum bemüht ist, das Geheimnis von „Prot“ (Kevin Spacey) zu enthüllen, der urplötzlich da ist und zu verstehen gibt, dass er vom Planten „K-Pax“ kommt. „Prot“ ist anders als all die Aliens, die von fernen Planetensystemen kommen, und die die Erde, aus welchen Gründen auch immer, vernichten wollen. Er ist höflich, leise zuvorkommend, hat gute Manieren und beherrscht perfekt die Sprache der Erdenmenschen. Er gibt zu verstehen, dass er sich nicht zum ersten Mal auf der Erde bewegt. Als Mark Powell ihm das Angebot unterbreitet, sich seiner anzunehmen, nachdem er sich in der Psychiatrie nicht zurechtfindet, ist er kooperationsbereit. Doch Resultate können nicht vorgewiesen werden. Auch eine Hypnose stellt sich nicht als großer Nutzen heraus. Die Wahrscheinlichkeit verdichtet sich, dass er doch womöglich von einem anderen Stern ist. Oder doch nicht?
Verwirrung zu stiften, das ist das Hauptanliegen des Films. Bereits nach ca. einem Drittel der Handlung will man nicht mehr rätseln. Umso deutlicher drängt sich die Vermutung auf, dass Softley dem Publikum eine Erlösungsgeschichte präsentieren will; denn der Herr vom anderen Stern ist offensichtlich mit einer Mission gekommen. Wenn er mit anderen Menschen in Kontakt kommt, bricht aus ihm seine Friedensbotschaft hervor, auf die offenbar alle abfahren. Alles andere scheint im dunklen Einerlei nun zu vergehen.
Dass der Film gut fotografiert ist, bedarf jedoch keiner Debatte. Die Schauplätze des Films sind bestens gewählt. Bridges und Spacey beherrschen ihren Part. Und auch die Kameraperspektiven sind ein Beispiel für eine gute Zusammenarbeit mit der Regie. Auch hierbei erscheint der Hinweis auf die Erlösungsgeschichte Bilder zu sprechen: Der Eindruck der neuen Welt, die mit „Prot“ sozusagen verinnerlicht wird, wird durch viel Licht und satten Blautönen vermittelt. Bilder, so lernt man hier, können verändern und faszinieren, sie können Stil haben und bewahren sich ihre Innerlichkeit. Aber dahinter verblasst die Geschichte doch relativ deutlich.