PRINCE OF PERISA – DER SAND DER ZEIT
WIE DOCH ALLES IM SAND VERRINNT
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 21. MAI 2010.
„Prince of Persia" gibt es seit 1989 als PC- oder Konsolen-Spiel. Seit dieser Zeit hat sich die Story um den Prinzen Dastan stets weiter entwickelt. 2010 ist „Prince of Perisa - Die Vergessene Zeit“ nun auch offizielles PC, PS 3 und X-Box Spiel. Es verwundert nicht, dass ein Kinofilm das Interesse der Spieler und der Fans des Prinzen bedient. Mike Newell (Regie) und Jerry Bruckheimer (Produzent), haben wieder einmal zu einem gewaltigen Schlag ausgeholt, der unter dem Zeichen stehen könnte: Immer besser, immer gewaltiger, immer geladener- aber dafür auch immer spannungsarmer. Man weiß ja in der Zwischenzeit, dass bei Bruckheimer ein gigantischer Spezialeffekt nach dem anderen folgt. Insofern wird nichts Neues angeboten.
Und man sollte sich auch nicht täuschen lassen. Sand ist kein Element, auf den man besonders bauen sollte, was sich bereits in den „Mumien“-Filmen (1999/2001) herauskristallisiert hatte, die außer Verfolgungsjagden und spröden Kämpfen nichts zu bieten hatten. Der Blockbuster, für den seit Monaten Reklame gemacht wird, vergeht vor diesem Hintergrund im „Sand der Filmzeit“.
Natürlich ist das Spektakel nett anzusehen. Man staunt immer wieder über das, was heute technisch möglich ist. Doch sollte man sich auch hier nicht blenden lassen. Filme dieser Art dienen einzig und allein dem Zweck, die Massen ins Kino zu ziehen. Womöglich gelingt das auch wieder. Und alles spricht dafür, dass dieser „Publikumsmagnet“ auch viel Geld in die Kassen fließen lässt.
Dabei ist die Story eigentlich auch Nebensache. Die interessiert sowie nur am Rande. Und weil alles durch die maßlos übertriebene Action abgedeckt wird, ist es schwierig, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden: Der Film spielt in Persien des 6. Jahrhunderts. Zu sehen ist in der Rolle des Prinzen Dastan, Jake Gyllenhaal. Meistens ist er unterwegs, klettert, springt, hechtet, läuft, wirft die Seile und die Haken und hantiert mit dem Dolch. Seine Bemühungen, die schwitzenden Übungen nach den Rufen „Schließt die Tore“, fortzuführen, stacheln in noch mehr an. Er hyperventiliert sozusagen und findet erst in den Armen der schönen Dame Tamina (Gemma Arterton) Ruhe.
Eine verzwickte Handlung wird dem eigentlichen Spektakel vorangestellt: Dastan ist der Adoptivsohn der persischen Königs Sharaman. Dieser hat noch zwei leibliche Söhne. Nizam (Ben Kingsley) ist sein Bruder, der sich dadurch auszeichnet, dass er intrigant ist. Es gelingt ihm, einen Krieg gegen die Stadt Alamut anzuzetteln, weil dort angeblich Waffen hergestellt und gelagert werden, die die Feinde gegen den König einsetzen wollen. Nun tritt die „Prinzenrolle“ auf. Er kommt dem Onkel, wie soll es auch anders sein, auf die Schlichte und heftet sich an seine Fersen. Dastan durchschlägt das Ränkespiel. Aber in Wirklichkeit ist alles anders. Nazan will das Geheimnis des „Sandes der Zeit“ lüften, mit dessen Hilfe man sich in der Zeit zurückversetzen kann.
Nun wird Sand geschaufelt, was das Zeug hält; denn der Thron naht für Nizam. Dastan muss nun beweisen, dass er der Herr im Hause ist. Er muss den Onkel um die Ecke bringen und nebenbei noch die Tamina beschützen, die als einzige das Geheimnis des Dolches und der „Dünenverwehungen“ kennt. Nun naht das Finale. Und alles fällt in sich zusammen. Die ganze Welt steht zur Disposition. Drohungen und Verwerfungen sind stets für diese Art von Filmen von großem Belang. Am Ende siegt wieder der Held. Der „Sand der Zeit“ ist also nichts anderes „Schnee von gestern". |