WORLD INVASION - BATTLE OF LOS ANGELES
INVASION AUS DEM WELTRAUM
Ein Kinojahr ohne Außerirdische ist ein verlorenes Jahr. Sie geistern immer noch durch die Kinogeschichte. Und sie haben sich an das gehalten, was seit Roland Emmerichs „Independence Day“ (1996) als Ironie bekannt wurde: „We came in Peace!"
Seit Jahren beobachten Stationen überall auf der Welt UFO-Sichtungen. In Buenos Aires, Seoul, Frankreich, Deutschland, China, USA. 2011 scheint ein furchteinflößendes Jahr zu sein. Und die Gefahr wächst ständig. Die Erde wird von Außerirdischen angegriffen, die sich deren Ressourcen bemächtigen wollen. Man ist machtlos. Schnell entpuppen sich die zunächst vermuteten Meteroiteneinschläge als eine Außerirdische Streitmacht, die alles niedermäht, was sich ihr in den Weg stellt. Die Invasion schreitet stetig voran. Der letzte Zufluchtsort für einen Teil der Menschheit ist L. A. Hierhin haben es Nantz (Aaron Eckhart) und sein Team geschafft, die nun retten wollen, was noch zu retten ist. Sie stellen sich dem Kampf.
Wieder einmal ein Film, der auf der bekannten Welle reitet. Und der nicht zögert, das gesamte moderne Waffenarsenal in die Waagschale zu werfen, das man benötigt, um die schießwütigen Außerirdischen in Schach zu halten. Eine krude Botschaft spannt sich über den ganzen Film: Die Außerirdischen kommen, um die Erde anzugreifen. Und die Überlebenden werden sich in einem verzweifelten Kampf unter amerikanischer Führung zu einem Gegenschlag aufraffen.
Wenn man das verinnerlicht hat, weiß man, dass diese Außerirdischen Angst produzieren, dass sie mit ihrer hohen Technologie den Menschen überlegen sind. Und ständig jene Phantasien produzieren, die seit Don Siegels „Die Körperfresser“ (1956) als Gespenst der Zukunft, einen festen Platz in der SF-Filmgeschichte haben. Kein Wunder also, dass diese kosmischen Rohstofffresser mit ihren Raumschriffrädern über die Menschheit herfallen müssen. Denn: Wir sind nicht allein, weil überall im Kosmos Licht brennt. Und wenn es erlischt, dann können wir uns auf etwas gefasst machen.
Plumper kann man keine Ideologie verbreiten. Die „World Invasion“ mit der alt bekannten Angst-Masche, gibt sich nicht die geringste Mühe, dem planetarischen Zweikampf, von dem er erzählt, irgendeine Bedeutung abzugewinnen. „Gemeinsam sind wir stark“, jene Theorie also, die hinter jedem Einsatz hervor lugt, ist dummes Militärgewäsch, das hier noch dadurch pervertiert wird, dass einem kleinen Jungen, der seinen Vater verloren hat, ins Gewissen geredet wir: „Wir sind Marines und geben niemals auf“.
„World Invasion - Battle Los Angeles“ (Regie: Jonathan Liebesman), ist die Wiederkehr der Außerirdischen Kampfroboter, von denen angenommen werden konnte, dass sie besiegt wurden. Doch die metallischen Labyrinthe gehören noch lange nicht zum alten Eisen, wie man sieht. Die verwehten Fußspuren aus Emmerichs Film sind frisch wie nie zuvor. Auch das mag ein Grund dafür zu sein, jene Geschichten mit den Schwarzen Riesen wiederzubeleben. Denn Angst einflößen, gehört immer noch zu ihrem Standardrepertoire. Zum Glück gibt es ja die amerikanischen Streitkräfte oder eine ihrer Eliteeinheiten. Die werden es ihnen schon zeigen.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 15. APRIL 2011. |