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spacer (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 (2004)
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 (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 Filmposter
Originaltitel: (T)Raumschiff Surprise - Periode 1
Regie: Michael Bully Herbig
Laufzeit: 87 Minuten
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren
Starttermin D: 22.07.2004
Starttermin US: nicht bekannt
Budget: nicht bekannt
Produktionsländer: Deutschland
Genre: Komödie/Romanze, Science-Fiction

5.95 von 10 Filmklappen
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Eingetragen von Malick - 30.03.2004
Didi - Filmkritik wurde eingesendet am Mittwoch, 28. Juli 2004

(T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 <br> DIE KUNST DER ZEITVERGEUDUNG <br> von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 28. JULI 2004. <p> Nach einer Reihe von Komödien im deutschen Kino, die in den letzten Monaten mehr oder weniger die unterste Grenze des Geschmacks erreicht hatten (gedacht ist hier etwa an: „Samba in Mettmann“ (Regie: Angelo COLAGROSSI, 2003), “Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm” (Regie: Helge SCHNEIDER, 2004), „Germanikus“, (Regie: Hanns Christian MÜLLER, 2004) und „Der Wixxer“, (Regie: Tobi BAUMANN, 2004), kommt nun der zweite Film von Michael HERBIG in die Kinos. Mit „Der Schuh des Manitu“(Regie: Michael HERBIG, 2001), der schon nicht besonders beeindruckte und auf herbe Kritik stieß (so vom Alt-Winnetou Darsteller Pierre BRICE, der den Film bei der GOTTSCHALK Sendung „Wetten, dass..?“ am 13. Oktober 2001 in Erfurt als „billige Klamotte“ bezeichnete und von HERBIG „mehr „Respekt den Indianern gegenüber“ abverlangte), betrat ‚Bully’ nun die Bühne, um, so hießt es, einen „neuen Kultfilm“ vorzulegen. Und es lag das Ziel nahe, sich erneut an einer Persiflage zu versuchen. 2 Jahre lang, so ist zu lesen, will er an diesem Projekt gearbeitet haben. <p> „(T)Raumschiff Surprise“ legte den besten deutschen Kinostart seit langem hin. Mehr als 625.000 Zuschauer kamen zu den ersten Filmvorführungen. Der Film will für ungebremste Heiterkeit und Unterhaltung sorgen. Das kann doch nur bedeuten, dass all die Kinogänger, die sich das davon versprechen, sich nicht getäuscht haben und schon gar nicht in die Irre geleitet werden. Aber ist es wirklich so, dass allein ein klangvoller Name mit einer klangvollen Geschichte, für die zudem noch unerlässlich seit Beginn des Jahres die Werbetrommel gerührt wird, ausreicht, um einem Film vorab! beste Noten auszustellen? Jeder mag seine eigene Sichtweise haben: die einen finden den „Wixxer“ äußerst anspruchsvoll, die anderen fad, die einen halten Helge SCHNEIDER für den besten deutschen Entertainer, die anderen Harald SCHMIDT, die einen meinen in Harpe KERKELING den Meister seines Faches gefunden haben, wieder andere sehen in seinen (Film-)Auftritten nur Klamauk und traurige Wiederholungen aus dem Fernsehen. Insgesamt krankt die deutsche Komödie. Der Grund: die Einfallslosigkeit. Geschichten reihen sich an Geschichten, die eher vom kruden Blödsinn bestimmt werden, eher von Gags, die auf der fiebrigen Suche nach einem Sinn sind, eher eine Backmischung sind als Programm, eher aus verunglückten Pointen bestehen als aus gelungenem Witz. Gallige Ironiker und Zyniker sucht man im Kino eigentlich vergeblich. In den letzten Jahren mussten zwei amerikanischer Filme kommen, um dem deutschen Kino aufs Pferd zu helfen. „Besser geht’s nicht“ (Regie: James L. BROOKS, 1997) und „About Schmidt“ (Regie: Alexander PAYNE, 2002) mit Jack NICHOLSON waren Meilensteine, weil sie nicht nur die eigene Innenwelt auf den Arm nahmen, sondern auch tiefgründig, zynisch Satiren bester Qualität ablieferten. <p> Das deutsche Kino versucht sich auf dieser Ebene vergeblich. Das mag darin liegen, dass es in Deutschland zu wenig exzellente Schauspieler dieses Kalibers gibt, vor allem aber liegt es daran, dass deutsche Regisseure ungeniert kopieren und sich einen filmischen Schwachsinn nach dem anderen einfallen lassen. Unter lauten braven Spaßmachern, die ihr Publikum unterhalten wollen, aber nicht können, ist auch ‚Bully’ zu finden. Wie überall, so ist auch der Erfolgs- und Unterhaltungsdruck in dieser Branche enorm. Alles für den Erfolg, so lautet die Devise. Trauerränder unterminieren das Selbstvertrauen und der Souverän büßt schnell seine Schlagkraft ein, wenn es ihm nicht gelingt, auf Resonanz zu stoßen. So sieht man sich einen Film an, der dermaßen mit Vorschußlorbeeren bedacht wurde, bejaht und gefeiert, noch ehe Trailer zu sehen waren, dass es einem die Sprache verschlägt. Und man wird wie beim „Herrn der Ringe“ zum Verräter, wenn man sich traut, eine andere Position öffentlich kundzutun. So bleibt dem Kritiker oftmals nichts anderes übrig, als im Strom mitzuschwimmen, um sich nicht gänzlich unbeliebt zu machen. Doch ein freies Land bringt eigene Ideen, eigenes Denken hervor, eigene Ansprüche und eine eigene Sichtweise der Dinge. Deshalb ist die Kritik, gerade die Filmkritik kein Anrennen gegen die Windmühlenflügel, sondern ein Bestandteil des freien Geistes. <p> Doch worum geht es nun eigentlich im „(T)Raumschiff Surprise“? Seine Energieströme zieht der Film aus einer peinlichen Improvisation: einer Zeitreise, die an die alberne, aber dauerhafte Serie „Zurück in die Zukunft“ (Regie: Robert ZEMECKIS, 1985ff.) erinnert. Diese Rückständigkeit, die im Film längst ausgegossen wurde, wird allerdings instinktsicher und brühwarm auf der Ausbaustrecke der cineastischen Schnelllebigkeit nach strikt festgelegten Regeln erzählt. 2054 hat die Menschheit den Mars besiedelt. 250 Jahre später (2304) kehren die Nachkommen der ersten Siedler zurück. Die Marsianer (ehemals Erdlinge) greifen die Erde an, unter der Führung des Regulators (Hans Michael REHBERG). Die Lage scheint aussichtslos, die Invasion ist nur noch eine Frage der Zeit. Königen Metapher (Anja KLING) befielt dennoch, „nicht den Kopf in den Sand zu stecken“. Hoffnung naht. Ganz beiläufig erfährt man, dass die Besatzung der Surprise Mr. Spuck (Michael HERBIG), Käpt’n Kork (Christian TRAMITZ) und Schrotty (Rick KAVANIAN) so wie der Taxifahrer Rock (Till SCHWEIGER) die Besiedlung des Mars rückgängig machen wollen. Doch deren schwule Führungsspitze übt gerade für die bevorstehende Wahl der Miss Waikiki. Im Mittelalter muss Rock gegen den schwarzen Ritter (Rick KAVANIAN) kämpfen, der sich mit Sachsen Dialekt und Asthma-Spray an einer ‚Darth-Vader’ Parodie versucht. Im Wilden Westen gibt es ein Wiedersehen mit den Figuren aus dem „Schuh des Manitu“. Doch nicht genug dieser Deformation. Erst die dritte Zeitreise scheint erfolgreich zu verlaufen. In der Wüste Nevadas gilt es, ein Alien unschädlich zu machen, dessen Wissen später die Besiedelung des Mars ermöglichte.<p> Über den Geschichten, die HERBIG erzählt, liegt keine verhaltene Melancholie und kein sanftes Licht eines kalifornischen Spätsommers, sondern nur plumpe Unterhaltung auf dem Niveau der TV-Comedy. Wie andere SF-Parodien, so lässt sich HERBIG auch hier auf „Star Wars“ und „Star Trek“ Spektakel ein. Hier gießt er Spott aus, die andere andernorts schon längst für sich reklamiert haben. Bei den Gags über die „Star Wars“ Figuren, gefriert das Lachen. Beim Kampf mit Jens Maul wirkt diese ungewollte Komik wie ein Glasbausteinmosaik: das Puzzle lässt sich leider nicht zusammensetzen. Und wenn Till SCHWEIGER kämpft, dann ist das so, als ob er als verlorener ZENKER Sohn aus der Lindenstraße heimkehren möchte. <p> Über „(T)Raumschiff Surprise“ liegt eine erschreckende Plumpheit. Hüftschwünge, Tanzeinlagen, aufgesetzte Grimassen und verunglückte Slapsticks. So stolpern die Protagonisten in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Und Hals über Kopf in die selbstgewählte Torauslinie. Doch es geht noch weiter: die plumpe Vulgarität mit bayerischem Dialekt endet in Grotesken. Der Film macht müde. Die dümmlichen Klischees überbieten sich gegenseitig. Mal ist es ein Schweizer Taschenlaser, der für Aufregung sorgt, mal ein Fieberthermometer, dass HERBIG sich in den After schieb, was man nur als Gipfel der Geschmacklosigkeit zu interpretieren hat. Die Hintergrundgeschichten, die erzählt werden, machen keinen Sinn. Mr. Spuck und Käpt’n Kork lassen sich mehr und mehr zu Stammtisch-Grotesken hinreißen, teils unterhalb der Gürtellinie liegend, teils mit einschläfernder Komik. Das alles erschöpft sich nach wenigen Minuten. <p> Dieser trostlose Blödsinn ist garniert mit einer verzerrten Tuntigkeit, die einfach nicht zu ertragen ist, die allerdings deutlich ankündigt, dass die Kabarettkönige außerhalb des Kinos zu suchen sind. Der Film ist schief daneben, HERBIG ist ein Verschnitt seiner selbst. Seine Grimassen sind aufgesetzt und seine Affektiertheit, die er zur Schau stellt, verliert sich im verworrenen Zeichensystems der Figuren, die nur eine Statistenrolle spielen, wenn sie überhaupt eine spielen; denn sie sind mit wenig Spitzfindigkeit ausgestattet. Ihr Auftreten wirkt tranig und über weite Strecken billig und zotenhaft. Die Dialoge sind weder geschliffen, hintergründig oder vordergründig. Die Vulgarität überwiegt. Der Film ist eine einzige Katastrophe. Humor ist Witz, oder „wenn man trotzdem lacht“ (Peter FRANKENFELD). Humor ist durchaus subjektive Komik, Komik, die das Alltagsleben hervorbringt, die an unserem Tun als solchem haftet, zu der wir uns durchweg als darüber stehendes Subjekt, niemals als Objekt, auch nicht als freiwilliges Objekt verhalten. Wo eine komische Betrachtung entdeckt wird, so wird es kaum bemerkt. So entsteht die Karikatur. Eine Fülle von Lächerlichkeiten tauchen auf. Hier ist jedoch alles eine Lächerlichkeit. „Haben wir noch Kreuze?“ „Nein, wir nicht. Aber Andrea hat noch Kreuze.“ „Na, dann nehmen wir Andreaskreuze.“ Sollte man das zum Brüllen komisch finden, dann kann man nur sagen: es lebe die Klamotte. Mit ‚Mopsgeschwindigkeit’ sollte man schnell den Film verlassen und seine publikumswirksame Vulgarität schnell vergessen.

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