ECLIPSE - BISS ZUM ABENDROT
EIN SCHMACHTFETZEN
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 16. JULI 2010.
Worauf das jugendliche Publikum abfährt, dürfte klar sein: Auf Bella (Kristen Stewart) und den Schönling, seines Zeichens Vampir, Edward (Robert Pattinson). Wie in den Vorgängerfilmen, so wird auch hier nur ein Film für Heranwachsende aufbereitet, die an schönen Körpern, an gutem Aussehen und an einer herzzerreißenden Story, die aber mit einem Vampirfilm rein gar nichts mehr zu tun hat, Gefallen finden. Man himmelt sich wie immer an. Der Sex ist behütet und äußert sich kaum im Zusammenschmelzen zweier Körper. Hier wird noch die reine Liebe propagiert. Dort wo Tugend und Moral noch eine Bedeutung besitzen, da erscheint die Welt der beiden in Ordnung zu sein. Doch halt: Der Nebenbuhler Jacob kennt keine Zeiten. Er läuft immer noch mit bloßem Oberkörper durch die Gegend. Hat der kein Geld für ein Hemd? Wenn das nicht ein heimliches Zeichen für die Libido ist?
Der Film bietet nichts Neues an. Mysteriöse Verbrechen geschehen. Menschen verschwinden und werden nicht mehr gesehen. Nur Bella und Edward wissen natürlich, wer dahinter steckt. Victoria (Bryce Dallas) will immer noch den Tod ihres Liebhabers rächen und heuert eine Bande von Blutsaugern an, die durch die Gegend ziehen und Unheil verbreiten. Sollte man sich nicht mit den Werwölfen zusammenschließen? Jacob mag indes davon nichts halten; denn er ist auf Bella scharf. Die muss sich wiederum nun entscheiden zwischen Edward oder Jacob. Die Schlacht zwischen Gut und Böse kann nun mit ein wenig Action beginnen. Wer wird wohl der Sieger sein?
„Eclipse - Biss zum Abendrot“ (Regie: David Slade) ist wieder ein schwacher Film geworden. Die Twilight -Teenies wollen nicht in diese Welt passen. Man schreibt sich Briefe obwohl es Email gibt. Man sitzt auf einer Blümchenwiese und kommt ohne „Blümchensex“ aus. Auch das Vorlesen von Gedichten ändert nichts an der Verkrampftheit des Films. Und obendrein wird noch ein Gefühlsstau ausgebreitet. Der Schmachtfetzen ist etwa für den Kindergarten, oder für diejenigen, die mit ihrem künstlichen Vampirgebiss auf Partys die Gäste erschrecken wollen. |