RESIDENT EVIL: AFTERLIFE
OHNE BEDEUTUNG
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 18. SEPTEMBER 2010.
Wer meint, der hätte von „Resident Evil“ bereits alles gesehen, der dürfte sich getäuscht haben. Der vierte Film dieses Horror-Endzeitspektakels, das als Basis die Video- und Computerspiele haben dürfte, setzt auf den 3D-Effekt. Das dürfte dann auch wohl die letzte Stufe sein, die angezählt wird. Ob sich aus „Afterlife“ (Regie: Paul W. S. Anderson) noch ein weiterer Film ergeben wird, ist eher fraglich. Somit ist „Resident Evil: Afterlife“ nicht nur angezählt, sondern möglicherweise bereits auserzählt.
Die Spieloberfläche ist seit 2002 bekannt: Ein Virus ist aus den Labors der „Umbrella Corporation“ entwichen. Er hat die Menschen in Zombies verwandelt, die mit kannibalistischer Verve versuchen, die einzigen Überlebenden zu jagen. Die Erde ist zu einer apokalyptischen Vision geworden: Großstädte sind dem Erdboden gleich gemacht, ganze Einkaufszentren stehen in hellen Flammen, überall herrscht Chaos. Nichtinfizierte versuchen, sich in Schutzräumen zu verbarrikadieren mit dem Ziel, ein Schiff zu erreichen um mit ihm in die Freiheit zu entkommen.
Das Spiel beginnt: Alice (Milla Jovovich), wie immer, unbesiegbar, macht sich gleich zu Beginn des Films daran, reihenweise ihre Gegner zu killen. Kugeln weicht sie geschickt aus, mit ihren Schwertern hackt sie ihre Gegner aus den Schuhen und massakriert sie gleich reihenweise. Sie, die einzige Nichtinfizierte, wird später ins Zentrum der „Umbrella Corporation“ vordringen wo die Zombies schon auf sie warten.
„Resident Evil: Afterlive“ hat nach dem furiosen Auftakt nichts Neues im Gepäck. Die Abgegriffenheit dieser Story liegt auf der Hand. Und der Ausgang auch. Die Standardsituationen mit dem Hackebeilschlächter, haben sich nicht verändert, Kampfformen und Kampsituationen sind aus ähnlichen Filmen kopiert. Auch der Showdown ist eher lahm und ohne Höhepunkte.
Der Film zieht sich, nachdem sich die Überlebenden in einen Gefängniskomplex gerettet haben, unnötig in die Länge. Dort, wo die Zombies schon auf sie warten, ist für den Kampf ums Überleben bereits alles angerichtet. Nun kann losgeschlagen werden. Der Trugschluss des Films besteht in der Tatsache, dass in den unterirdischen Katakomben kein Stein auf dem anderen bleiben wird, was man weiß. Die tote Welt erwacht durch die Zombies erneut. Und Alice darf beweisen, dass sie ihr Handwerk nicht verlernt hat. Das alles kann in 3D bestaunt werden. Aber auch ohne bleibt „Afterlife“ Apokalypse von der Stange. |