PARANORMAL ACTIVITY
DIE GEISTER, DIE ICH RIEF...
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 21. NOVEMBER 2009.
Seit „Blair Witch Project“ (Regie: Daniel Myrick/Eduardo Sanchez, 1999), gruselt es wieder verstärkt in den Kinos. Das Spiel mit den menschlichen Urängsten hat ein Ausmaß angenommen, so dass man annehmen müsste, dass die Bedrohungen jeglicher Art schon universell sind. Überall scheint es im Film zu spuken, überall wird man mit „fremden“ Mächten konfrontiert, stets sind Geisterjäger aktiv, Teufelsaustreiber bieten ihre Dienste an und um verlassene Dämonen- und Hexenhäuser wird ein ein großen Bogen gemacht. Dazu gesellen sich die „Besessenen“, Paranormale, Seher, Psychoten und Neurotiker. Alles in allem: Der Kult um Grusel-Teenager-Schocker scheint sich auszuweiten. Medial betrachtet, handelt es sich hierbei um eine ungeahnte Marketing-Lücke, die in der nächsten Zeit noch häufig gefüllt werden wird.
„Paranormal Activity“ (Regie: Oren Peli) setzt auf seine Weise „Blair Witch Project“ fort. Katie (Katie Featherston) fühlt sich bedroht, von etwas Unheimlichem verfolgt. Micah (Micah Sloat), ihr Lebensgefährte, versucht, mit Hilfe von Kameraaufzeichnungen dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Nacht für Nacht spukt es nun in ihrem Haus. Mal sind nur Geräusche zu hören, mal geht die Tür von alleine auf und wieder zu, dann steigert sich der Horror: Etwas kommt die Treppen zu ihrem Schlafzimmer hoch, dann geht das Licht unvermittelt an, später sind Fußabdrücke in ihrem Zimmer zu sehen, schließlich wird erst Katie aus diesem geschleift, dann Micah. Und schließlich sieht man eine Horrorfratze. Katie und Mica scheinen verschwunden zu sein. Beide halten sozusagen ihre nächtliche Erlebnisse in einer Live-Action fest, die sie anschließend stets bewerten. Zunächst nur die Geräusche, dann die Taten des Unsichtbaren- bis es nichts mehr zu bewerten gibt. Das Spannungsmoment des Films kann über die Suggestion eingangs noch in gewisser Weise aufrechterhalten werden. Dann verliert es sich allerdings doch ziemlich deutlich. Da die Momente des Übernatürlichen hier einen entscheidenden Platz haben, dürften sich auch weitere Debatten über den Film von alleine erledigen.
Positiv ist anzumerken, dass die darstellerischen Leistungen durchaus bemerkenswert sind. Der Film, der nur mit einer Handkamera gefilmt wurde, fällt weiterhin positiv dadurch auf, dass er auf die üblichen Bluttaten gänzlich verzichtet. Wenn er letztlich den gesunden Menschenverstand verlässt, dann liegt das einfach daran, dass der Horror-Effekt in der letzten Szene wiederum schnörkellos an das alte Genre anknüpft.
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