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Solaris Filmposter
Originaltitel: Solaris
Produktionsjahr: 2002
Regie: Steven Soderbergh
Laufzeit: 99 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Starttermin D: 06.03.2003
Starttermin US: 19.11.2002
Budget: 47.000.000 $
Produktionsländer: USA
Genre: Drama, Science-Fiction

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Eingetragen von Egger - 16.01.2004
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spacerFILMKRITIK
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spacerDidi | Filmkritik wurde am Donnerstag, 11. Januar 2007 eingereicht

SOLARIS
WELT UND MENSCH - TEIL I
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 11. JANUAR 2007.
Stanislaw Lem war neben Aldous Huxley, George Orwell und Isaak Asimov sicherlich einer der bedeutendsten Science-Fiction Autoren. Der Mann, der „Solaris“ (1961) schrieb, sah im Skeptizismus die einzige Möglichkeit, die Welt realistisch zu betrachten. Als er am 27.März 2006 starb, hinterließ er ein beachtliches Werk. Neben „Solaris“, ist Lem mit „Sterntagebücher“ (1957), Summa technologiae“ (1964), „Robotermärchen“ (1964), „Der Unbesiegbare“ (1967), „Die vollkommene Leere“ (1973), „Rückkehr von den Sternen“ (1974), „Der futurologische Kongress“ (1974), „Das absolute Vakuum“ (1984) und vielen anderen Werken bekannt geworden.
Es gibt kaum SF-Filme, die ernsthaft versucht haben, Lems Ideen wenigstens einigermaßen umzusetzen. Eine Ausnahme wäre sicherlich „Solaris“. Wie Huxley und Orwell, so dachte auch Lem Wissenschaft und Technologie versus technischer Fortschritt aus gesellschaftskritischer Sicht weiter. Lem stellte die Fragen, die auch heute aktueller denn je sind: Was ist das Subjekt, welchen Wert hat das menschliche Bewusstsein, das hin- und hergerissen ist zwischen Realismus (realer computerisierter Maschinenwelt) und Roboterfiktionen?
Mit tiefer Besorgnis räumte er ein, dass die Entwicklung der Gesellschaft hin zu einem totalitären Polizeistaat möglich sei. Hier folgte er Orwell, der ihn in „1984“ auf seine Weise beschrieb. Niemand würde heute den Code aus Bits, Byte, Chiffren und Rechenprozessen knacken können. Dieser Dschungel sei wie „Dunkle Materie“, eine noch unbekannte Familie.
Philosophisch betrachtet, war Lem kein kybernetischer Märchenerzähler. Er entwarf zahlreiche mögliche und unmögliche Welten, die wie kosmologische Theorien an die Urfragen der Menschheitsgeschichte rüttelten. Was wissen wir wirklich über uns? Lem gebrauchte gerne in Interviews den Satz von Sokrates: „Wir wissen, dass wir nichts wissen!“ Der Glaube an die Fähigkeiten der Menschen, erfuhr jedoch durch ihre Wissenschaftsgläubigkeit und Missbrauch eine tiefe Zäsur (vgl. auch „Der Tod des Planten“, 1954).
Seine hier vorgetragene, eher idealistische Position, wurde durch den Modernisierungsschub überrannt. Heute hat sich die Wissenschaft total dem Kommerz untergeordnet und ist dabei, auf dem Markt bestmöglichen materiellen Nutzen zu erzielen. Forschungsergebnisse würden primär militärischen Zwecken dienen. Die lange Geschichte von Los Alamos bis zu den heutigen High-Tech-Kriegen würde das bestätigen. Der Zukunftsvisionär räumte später ein, sich mit seinen Analysen teilweise geirrt zu haben.
Die Fortschritte der 3. Technologischen Revolution werden heute, so Lem, spürbar zu „niederträchtigen und dummen Zwecken“ missbraucht. Diese, seine wichtigste Korrektur, hielt schon in „Solaris“ Einzug. Sein philosophischer Skeptizismus mündete m. E. in eine negative Utopie ein, die in seinen Sätzen: „Die positive Utopie ist eine Erwartung, die sich nie erfüllen wird. Die negative Utopie dagegen handelt davon, wie es ist und wie es sein wird“ einmündete.
Lem beschäftige sich mit naturwissenschaftlichen, technischen und philosophischen Fragestellungen, die ihn bis in die jüngste Zeit hinein begleiteten. Die Zukunft holte ihn ein. Das, was er für das dritte und vierte Jahrtausend prognostizierte, ist bereits heute Realität geworden. Z. B. das Internet. Lem stand ihm gegenüber immer skeptisch gegenüber. Es eröffne „mangels Kontrollinstanzen Betrügern und Schwindlern Tür und Tor“. Lem, deutete schon früh Gen-Manipulationen an (Möglichkeiten des Klonens), Computer-Simulationen (ohne diesen Standard ist heute keine wissenschaftliche Forschung mehr möglich) und virtuelle Welten. Jene also, die uns als Teilstück in „Solaris“ begegnen.
Anmerkung:
Das jeweilige Erscheinungsjahr seiner hier genannten Bücher, bezieht sich auf die deutschen Erstveröffentlichungen.

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