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Zeiten ändern Dich (2010)
Originaltitel: Zeiten ändern Dich
Regie: Uli Edel
Laufzeit: 94 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Starttermin D: 04.02.2010
Starttermin US: nicht bekannt
Budget: nicht bekannt
Produktionsländer: Deutschland
Genre: Biografie, Drama
Eingetragen von Malick - 02.01.2010
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ZEITEN ÄNDERN DICH

EIN DEUTSCHER KINOTIEFPUNKT

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 6. FEBRUAR 2010.

Es gibt viele schlechte deutsche Filme aus den vergangenen Jahren. Ohne Zweifel gehört „Zeiten ändern dich“ (Regie: Uli Edel, Drehbuch: Bernd Eichinger, Buch: „Bushido“) dazu. Der schleichende Untergang scheint erreicht zu sein, wenn man auf die Macher, die hinter diesem Film stehen, schaut. Eichinger, der in mehr als 30 Jahren seiner Karriere nur wenige gute Filme zustande gebracht hat, ist offenbar an (s-)einem Tiefpunkt angelangt. Uli Edel, dem eine rosige Zukunft als Filmregisseur nachgesagt wurde, hat mit seinen „Kindern vom Bahnhof Zoo“ (1981) bisher allenfalls einen Teilerfolg erzielen können.

„Zeiten ändern dich“ ist ein Film, der der Rapmusik frönt. Sie scheint ein Ventil für all diejenigen zu sein, die meinen, dass sie am besten ihre soziale Lage widerspiegelt. Es sind vor allem Berliner Rapper wie Sido mit der Maske und Anis Mohamed Youssef Ferchichi, Künstlername „Bushido“, die in den vergangenen Jahren mit Provokationen, drastischer Wortwahl und chauvinistischen Attitüden auf sich aufmerksam gemacht haben. Und möglicherweise zu einem Teil jugendlicher Subkultur geworden sind.

Gleich zu Beginn des Film lässt „Bushidio“ sein Credo ab: „Wenn du keinen Respekt hast, dann bist du nichts, ein Opfer!“ Erzählt wird seine Geschichte, der Abstieg eines Jungen aus zerrütteten Verhältnissen, Drogenkriminalität, Aufstieg zum Rapper. In der Zwischenzeit hat der Herr seine Ideen, die er zur Musik machte, millionenfach verkauft. Und die Medien hatten wegen einiger strittiger Verse nichts Besseres zu tun, als ihm das lächerliche  Mäntelchen des „Staatsfeindes“ umzuhängen. So trugen sie, ob gewollt oder ungewollt mit dazu bei, seiner Karriere noch einmal einen Schub zu verleihen. Selbst die Tatsache, dass Jugendschützer mobilisiert wurden, änderte nichts an seinem Gebaren. Er heimste Preise ein und durfte sogar vor dem Brandenburger Tor singen.

Der Gang in den kulturellen Untergrund des Duos Eichinger/Engel ist ein Gang ohne Zukunft. Was sich hier zeigt, ist das völlig unreflektierte Verhältnis zu jemandem, der meint, Menschen mit seiner Musik beglücken zu müssen. Egal wie man zu „Bushido“ steht, das was hier abgeliefert wird, ist ein Beweis dafür, dass heute aus Müll harte Dollars oder Euros gemacht werden können. Der Mann mit seinem egozentrischen Trip, faselt stets in einer Fäkaliensprache vor sich her, dass einem davon Übel wird. Seine Philosophie ist der alttestamentliche Entwurf von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, obwohl doch gerade er wissen müsste, dass das Neue Testament meint: „Liebe deinen Nächsten.“ Er propagiert seine Message ohne eine Miene zu verziehen: Chauvinismus, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit, Sexismus. Zudem werden stets alle Probleme auf andere abgewälzt. „Bushido“ selbst macht keine Fehler.

Das allerschlimmste an diesem Film ist, dass Eichinger/Edel wohl meinen, in ihm einen Schauspieler entdeckt zu haben. Es ist grausam, sich die Vorstellung mit diesem Herrn anzusehen. Selbst die Presse und seine Schauspielkollegen scheinen von ihm angetan zu sein. Aber was will man auch von einem Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner (als Mutter grausam) Uwe Ochsenknecht oder Katja Flint verlangen?

Leider wird das jugendliche Publikum, auf das der Film zugeschnitten ist, an „Bushidos“ Lippen hängen. Bei meinem Besuch im Gelsenkirchener „Multiplex“ wurde er sogar wegen seines Satzes: „Frauen sind alle Schlampen“ beklatscht. Müll, so lernt man hier, wird geschluckt. Und was hinten rauskommt, ist bestimmt nicht Gold.



 

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