KARATE KID
EINE NEUAUFLAGE OHNE ZU ÜBERZEUGEN
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 23. JULI 2010.
Jackie Chan (als Mr. Han) stiehlt allen die Show. Während Jaden Smith (als Dre Parker) eigentlich nichts anderes macht, als Karate bzw. Kung Fu zu üben, beweist der Altmeister es noch einmal allen. Ohne Zweifel hat er nichts verlernt. Er kommt ein wenig als Ersatzvater daher, der eine tiefe persönliche Krise durchlebt, aber im Prinzip ist seine Leistung ansprechend. Jaden Smith dagegen, der Neunmalkluge, bleibt doch deutlich hinter den Erwartungen zurück, was seinem Alter geschuldet sein mag, aber vor allem wohl der Tatsache, dass er sich mit dem 20-Jährigen Ralph Macchio aus den „Karate-Kid“ Folgen der 1980ger Jahre zu messen hat.
Ansonsten bleibt der Film eher blass. Und ist mit fast 2 Stunden Laufzeit deutlich zu lang geraten. Die Schulhofrüpeleien sind dann auch nur der Anstoß für das nun folgende Szenario. Den dauernden Raufereien schiebt Dre dadurch einen Riegel vor, dass er sich in die Hände des Hausmeisters Mr. Han begibt. Von nun an läuft alles auf den mehr oder weniger bekannten Wettkampf hinaus, der irgendwo an „Rocky“ erinnert. Dre besiegt seinen Kontrahenten im Finale. Damit ist Ruhe eingekehrt.
Sonst ist nicht viel zu berichten. Eine zarte Liebesbande, die Dre knüpft, dient wohl nur zur Unterhaltung der jungen Zuschauer, einige hübsche Fotos von der chinesischen Mauer sind zu sehen, ein Schattentheater ist zu bestaunen. Dazwischen gibt es immer wieder Einblendungen, die die exotische Kulisse Chinas zeigen. Ein Kinoklassiker war „Karate Kid“ schon in den 1980ger Jahren nicht. Auch dieses Mal ist der Schuss nach hinten losgegangen. |