TRUE GRIT
AND THE WINNER IS... (III)
Jeff Bridges, Jack Baker aus den „Fabelhaften Baker Boys” (Regie: Steven Kloves, 1989); Barney Cousins aus „Spurlos” (Regie: George Sluizer, 1993); Jeffrey Lebowski aus „The Big Lebowski” (Regie: Joel/Ethan Coen, 1998); Michael Farady aus „Arlington Road” (Regie: Mark Pellington, 1999) und Bad Blake aus „Crazy Heart” (Regie: Scott Cooper, 2009), ist ein wahrer Anwärter auf einen Oscar.
In „True Grit“ (Regie: Joel/Etahn Coen), zeigt er wiederum, was er kann. Die Geschichte, der der Bestseller von Charles Portis „True Grit“ von 1968 zugrunde liegt, und die als „Der Marshal“ mit John Wayne (Regie: Henry Hathaway, 1969) verfilmt worden war, ist jedoch alles andere als ein Remake.
Der stets dem Alkohol zusprechende US-Marshal Rooster Cogburn (Bridges), lässt sich von der 14-jährigen Mattie (Hailee Steinfeld) für 100 Dollar anheuern, um den Mörder ihres Vaters zu finden. Die Jagd nach dem Verbrecher Chaney (Josh Brolin) beginnt. Mit von der Partie ist auch der Ranger La Boeuf (Matt Damon), der ihn ebenfalls stellen will. Ihm kommt es aber nur auf die Kopfgeldprämie an.
Die Coen-Brüder haben wahrlich wieder ein Meisterstück inszeniert. Vor einer kargen Westernlandschaft, erzählen sie ganz ohne Ironie eine Handlung aus einer Welt, die zwischen Hell und Dunkel liegt. Der Film ist wie ein Kunstporträt aufgebaut. Es sind die eindrucksvollen Bilder, die herausragen, die nicht an die alte Vorlage von 1969 erinnern, die sich mit einer „sauberen“ Ästhetik schmücken durfte. Die Coen-Brüder erzählen diese Geschichte drastisch, schmutzig und dreckig, so als ob sie die Brücke der 40 Jahre, die zwischen den beiden Filmen liegen, schlagen wollen.
Die Outlaws sind keine schmucken Brüder mit sauberen Fingernägeln. Sie sind abgenagt. Faule Zähne und düstere Gesichter sind ihre Merkmale. Vor diesem Hintergrund, atmet die Gesetzlosigkeit. Und der Schießprügel spricht stets das alte Lied vom Tod. Hier ist der Western zu Hause, wie er vielleicht einmal war, der aber auch nie wieder so zu Hause sein wird, wie hier. Er ist ohne Schnörkel, gradlinig erzählt. Dieser Film ist eine Coen- und Bridges-Show, wie man sie im Kino selten sieht.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 24. FEBRUAR 2011.
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