KISS & KILL
TOLLPATSCHIG
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 7. AUGUST 2010.
Viele Schauspieler versuchen es immer wieder, sich ins Gespräch zu bringen und im Gespräch zu bleiben. Was sie damit bezwecken wollen, mag ihnen egal sein. In der Zwischenzeit versucht man, Genres miteinander zu verknüpfen, so dass am Ende der Frust übrig bleibt. „Kiss & Kill“ (Regie: Robert Luketic) ist ein Beispiel dafür, dass ein Agentenfilm plus Komödie nicht funktionieren kann.
Geheimdienste und Terroristen, Kriminelle, Politgangster und Outlaws verschiedener Couleur treiben, ohne erkannt zu werden, auf diesem Planten ihr Unwesen. Man nennt sie Schläfer und Selbstmordattentäter, die erst dann wach werden, wenn unmittelbar das Schloss entriegelt wird und das eigentliche Attentat, auf Befehl versteht sich, zur Durchführung gelangt.
Vielleich wollte „Kiss & Kill“ etwas ganz anderes, vielleicht wollte er vor diesem Vorgehen warnen? Sollte es so sein, dann wäre jedoch das Vorhaben gänzlich misslungen. Die Auftraggeber für das sich nun im Film anschließende Spektakel, bleiben im Hintergrund. Und der mögliche politische Unterbau fehlt gänzlich. Doch auch bei sog. Komödien sollte genauer hingesehen werden.
„Kiss & Kill“ outet sich erst nach einer guten halben Stunde. Jen (Katherine Heigl) reist mit ihren Eltern nach Nizza. Dort trifft sie auf Spencer (Ashton Kutcher). Sie verlieben sich ineinander. Beide werden später heiraten. Was Jen nicht ahnt ist, dass sich hinter Spencer ein Schläfer bzw. ein internationaler CIA Spion verbirgt, der gleich von einer ganzen Armee von Killern der Gegenseite gejagt wird. Scheibchenweise gesteht Spencer Jen seinen einstigen Job. Als er aussteigt, ist es schon zu spät. Von nun an werden beide gejagt.
Komisch soll der Film sein. Dazu noch mit einer gehörigen Portion Action unterlegt, wenn man der Werbung für „Kiss & Kill“ Glauben schenken will. Doch das sollte man nicht tun. Permanent stolpern die beiden Herrschaften nun durch die Welt und sind dabei nicht besonders komisch. Heigl und Kutcher passen nicht zueinander und können es nicht miteinander. Sie spielen jeweils ihren eigenen Part und ballern mit den Klischees nur so um sich herum.
Das aufgesetzte Spiel der beiden ist im Prinzip daneben. Kutcher agiert tollpatschig und Heigl präsentiert sich oftmals wie ein aufgescheuchtes Huhn. Das hat zur Folge, dass über weite Strecken des Films die Handlung zunehmend uninteressant wird, die Figuren sich nicht entwickeln können und die beiden ein Schatten ihrer selbst werden. Nur die schönen Aufnahmen von Nizza entschädigen ein wenig.
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