DUELL DER MAGIER
MÜDE UND BEDEUTUNGSLOS
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 4. SEPTEMBER 2010.
Der Filmerguss ist vom Anfang bis zum Ende eine haarsträubende Aneinanderreihung von pyromanen Effekten, die zum Ende hin total aus dem Ruder laufen. Das Spektakel von John Turteltaub (Regie) ist das, was man als Quintessenz aller Actionfilme in diesem Jahr bezeichnen kann: Müde und bedeutungslos. Das „Duell der Magier“ zieht einen wenig in Bann. Das liegt vor allem daran dass es Turteltaub über weite Strecken nicht gelingt, aus der desaströsen Handlung nebst unmöglichen Regieeinfällen, so etwas wie einen Film zu machen.
Auch Nicolas Cage reiht sich in dieses Spektakel ohne einen Funken Sinn, mühelos ein. Er spielt einen alten Zauberer, und genau das ist wenig verständlich. Er kommt aus einer Zeit, die der Artus-Saga gleicht. Dort begegneten sich einst drei Zauberer, die sich in Manhattan wiedertreffen, um entweder dem Bösen oder dem Guten zum Durchbruch zu verhelfen. Sie bombardieren sich alldieweil gegenseitig mit Laser- und Plasmakugeln, die viel Lärm um Nichts machen.
Die biblische Apokalypse scheint gar nichts gegen diese tobende und tosende Knallerei zu sein. Wichtig bei diesem Film ist es, dass möglichst viel zu Bruch geht. Und genau das hat Turteltaub erreicht. Was sollte auch hierbei anders herauskommen, wenn wieder einmal Jerry Bruckheimer als Produzent fungiert?
Turteltaub hat eigentlich nie etwas anderes als sinnlose Spektakel hinterlassen (vgl. etwa „Das Vermächtnis der Tempelritter” (2004) und „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ (2007). Der Amoklauf geht also weiter. Da wird aus einem harmlosen Papierdrachen ein Riesenungetüm, das es gleich auf alle abgesehen hat und ein Riesenrinozeros ist hinter Balthazar Blake her.
Mit von der Partie sind Alfred Molina, der den bösen Zauberer Maxim Horvath spielt, der Studenten Dave Stutler (Jay Baruchel), der Balthazar zur Seite steht und die schöne, aber böse Hexe, Morgana (mal Alice Krige, mal Monica Bellucci). Letztere ist die verstorbene Frau von Balthazar. Am Ende siegt wieder einmal das Gute. Wie sollte es auch anders sein?
Der ganze Film ist schleunigst runter gedreht, die Dialoge sind miserabel und die Effekthascherei a la Harry Potter, geht einem auf den Senkel. Wenn aus einer russischen Schachtelpuppe ein Film gebastelt wird, dann kann nichts Vernünftiges dabei herauskommen. Der neue Merlin ist Cage auf keinen Fall. Was ist bloß aus dem Mann geworden, der einst solche hervorragenden Filme wie „Leaving Las Vegas (1995) oder „Lord of War“ (2005) gemacht hat?
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