DER ZOOWÄRTER
TIEFFLIEGER
Nicht nur im Zoo gehen die Lichter aus, manchmal trifft es auch die Story. „Der Zoowärter“ (Regie: Frank Coraci) hält die Tierwelt in Atem. Gespielt wird er von Kevin James. Nun kann man im Kino mit allem rechnen. Doch muss es ausgerechnet der gesamte Zoo sein, der die menschliche Sprache beherrscht? Dass sich die Tiere nachts aus ihrem Gehege befreien können, erinnert an die irische Kuh, die einst die Schieberegler ihres Stalls mit der Zunge aufsperrte und grasen ging. Hier jedoch ist nun Schluss mit lustig.
Griffin hat ein Problem. In Sachen Liebe geht ihm einiges durch. Und es will nicht funken. Er will den Zoo verlassen und einen Job annehmen, damit er mehr Erfolg bei den Damen hat. Doch die Tiere wollen ihn nicht verlieren. Aus tiefer Verbundenheit zu ihrem Pfleger, bieten ihm Löwe, Giraffe und Bär nun das richtige Balzverhalten an…
Kevin James, der zuletzt mit dem „Kaufhaus - Cop“ (Regie: Steve Carr, 2009) einen tiefen Griff in die Klamottenkiste tat, macht es hier nicht besser. Seine mittelmäßige Schauspielkunst mit verunglückten Slapsticks, ist eher peinlich. Mehr ungelenkt stolpert er durch den Film, der mit „Mittelmaß“ noch zu hoch bewertet ist. Die Dialoge sind wie immer plump, die Gags sind schlecht und penetrant niveaulos.
Mit Urinduschen und anderen dummen Späßen, liegt der verunglückte „Zoowärter“ jedoch im Trend jener Komödien, die unter allen Umständen versuchen, dem Zuschauer ein Lachen abzutrotzen. Aber so war es schon immer: Solange es Filmbesucher gibt, die sich an solcher stupiden Massenware erfreuen können, wird es sie immer wieder geben, die Komödien, die den Lachzwang gleich mit der Kinokarte verkaufen wollen.
„Der Zoowärter ist ein Streifen geworden, der bereits nach den ersten Minuten im Sande der Beliebigkeit verläuft. Allenfalls den jungen Kids könnten noch einiger Lacher abgetrotzt werden. Ansonsten gilt auch hier: Augen zu und durch- die Tiefflieger gibt es nicht nur im alltäglichen Umgang zu bestaunen, sondern, wie es hier bestens präsentiert wird, auch auf der Leinwand.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 8. JULI 2011. |