MODERNE ZEITEN
FÜR DIE DAMALIGE ZEIT BEACHTLICH
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 25. MAI 2010.
Wer sich über Charles Chaplin informieren will, der sollte seine Filme sehen. Sie alle waren in seiner Zeit beachtlich und tief hintergründig.
„Modern Times“ (Regie: Charles Chaplin, 1936) war Chaplins zweiter Spiel- bzw. Tonfilm, eine sozial,- und gesellschaftskritische Tragikomödie, durchaus aber auch als tiefsinnige Satire zu verstehen. Chaplin prangert den modernen Rädermechanismus an, in den Menschen hineingeraten. Chaplin als Tramp, dann als Testperson am Fließband einer „Essensmaschine“ und später sogar als Streikführer (eher unfreiwillig!) erlebt das Absurde dieses Getriebewerks. Die Sklaverei in den automatisierten Fabriken, ruft in Erinnerung, dass der Mensch nur ein Anhängsel der Apparatur ist, die er aber auch selbst aufgebaut hat.
Auch über die kleinen Freuden des Lebens weiß Chaplin zu berichten. Die Freundschaft zu einem Straßenmädchen passt zwar hier nicht so ganz, sie zeigt aber einen gewissen Ausweg aus der Lethargie der stetigen Fabrikarbeit an. Letztlich erweist sich sein Werben als trügerisch. Am Ende zieht Chaplin mit seiner Bekannten von dannen. Die bittere Schärfe des Films mit viel Witz und schwarzem Humor (Galgenhumor!), sollte zum Anlass genommen werden, über den „Fordismus“ nachzudenken, über die standardisierte Fließbandfertigung (Taylorismus) und die „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.
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