OTTO`S ELEVEN
EINE SCHANDE FÜR DEN DEUTSCHEN FILM
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 3. DEZEMBER 2010.
Dieser Film ist ein großes Ärgernis. Und weil einem Ottos Witze im Halse stecken bleiben, gehört „Otto;s Eleven“ (Regie: Sven Unterwaldt Jr.) in die Schrottkiste. Ottos Pointen sind von vorgestern. Einen erheblichen Teil davon hat man schon vor 30 Jahren von ihm gehört und gesehen (etwa: Harry Hirsch, die Runde am Pokertisch, die Ottifanten oder den dummen Hasengang). Keine Schote ist ihm zu billig und jede abgestandene Lächerlichkeit, mit der der angebliche Comedyan groß geworden ist, muss noch einmal durch den Wolf gedreht werden. Am Ende kommt das heraus, was befürchtet wurde: Ein (Komödien-)Film, der es nicht wert ist, tiefere Betrachtungen über ihn anzustellen.
Der Maler Otto, der sich diesmal anschickt, auf der Insel Spiegeleiland sein Unwesen zu treiben und seine „Bilder“ vorstellt, wird beklaut. Ein wertvolles Gemälde gerät Jean Du Merzac (Sky Dumont) in die Hände. Die Truppe von der Insel, die mit Otto dort lebt, macht sich nun auf, es aus (s-)einem Casino wieder zurückzuerobern. Dabei geht alles schief. Jede dumme Schote, die nun abgedreht wird, wird dem Publikum als neuwertig verkauft.
Damit ist der Tiefpunkt der neudeutschen Komödie mit diesem Nicht-Film erreicht. Otto ist sich nicht dafür zu schade, sein gesamtes schlechtes Repertoire noch einmal dem Publikum vorzuführen. Die Quintessenz dieses Kalauerblödsinns kann nur als infantile, kitschige, pubertierende und vertrocknete Darbietung bezeichnet werden. Wer hier lachen will, der sollte wirklich in den Kellern gehen- allerdings zum Weinen.
So erübrigt sich jeder weitere Kommentar. Eigentlich ist es schlimm, dass es für ausgesprochenen Schwachsinn noch eine Presse gibt, die leider „Otto;s Eleven“ sogar noch als „Spaß für die ganze Familie“ oder als „Familienfilm“ verkauft.
Anmerkung:
Bei meinem gestrigen Besuch des Films im Gelsenkirchener Kinocenter war ich der einzige Besucher. Ein Besucher für diesen Film erscheint mir noch zu viel zu sein. |