VERHANDLUNGSSACHE
SPANNEND
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 7. JULI 2010.
Es beginnt spannend und endet spannend. Danny Roman (Samuel L. Jackson) ist Cop, bei Geiselnahmen derjenige, der stets auf die Kontrolle achtet, konzentriert ist und cool seinen Job erledigt. Eines Tages wird ihm ein Mord und eine Korruptionsaffäre angelastet.
„Verhandlungssache“ (Regie: F. Gary Gray, 1998) könnte als klassischer Polizeifilm gelten. Er ist es aber nur m. E. Es gibt hier zwei Stränge zu beobachten: Zum einen ist da der Cop, dem im Film viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, zum anderen wird die Story entwickelt. Beides zusammengenommen ergibt die „Verhandlungssache“. Nach den aufregenden Ereignissen, wird Danny Roman angeklagt und vom Dienst suspendiert. Fast bekommt man den Eindruck, dass nun eine Allerweltstory erzählt wird.
Doch es kommt anders: Roman macht das wofür er ausgebildet wurde: Er nimmt Geiseln - diesmal auf der anderen Seite - und verhandelt über deren Freilassung. Sein Gegenspieler ist Lt. Chris Sabian (Kevin Spacey), ebenfalls ein Experte, der weiß wie er Krisensituationen zu meistern hat. Man weiß also mit wem man es zu tun hat. Beide schätzen sich und beide kennen sich in- und auswendig. Sie wissen schnell, dass die wirklichen Feinde im Polizeiapparat sitzen.
Der Film hat eine tolle klaustrophobische Seite- er spielt fast nur in einem Raum. Und zeigt, dass diejenigen, die Straftaten begehen uns manchmal durchaus sympathisch sein können, auch dann, wenn Verbrechen nicht toleriert werden dürfen. Der Zuschauer, wenn er denn lernen will, muss sich hier mit beiden Seiten beschäftigen. Erst dann wird er Zugang zum Film finden. |