DER LETZTE TEMPELRITTER
ZOMBIE-MOVIE?
Die Verstrickungen der Kirche die in die Kreuzzüge sind sattsam bekannt, wie auch die Verstrickung der Kreuzzugbewegung in die Politik ab ca. 1096. Die Kreuzfahrer führten stets einen erbarmungslosen blutigen Feldzug gegen die „Heiden“ (Islam, Ostkirche, Ketzer). Der Glaubenskrieg, den die Päpste befeuerten, nahm ungeahnte Dimensionen an. Faktisch gab es vom Klerus eingesetzte militärische Heeresorganisationen, die mit der Durchführung des brutalen Krieges gegen die „Gebannten“, auch mit dazu beitrugen, dass die zwangsweise Ausbreitung des Christentums mit zu den Fallstricken der großen europäischen Politik wurde.
Die Kreuzzüge waren auch ein Bußgang. Sie sollten direkt von Gott durch das Papstwortverkündet werden. Alle Kreuzzugfahrer- und Staaten legten verbindliche und rechtliche Gelübde ab, die sie auf die ihre Heeresorganisation, den Rittern, aus ganz Europa übertrugen. Hier dürfte letztlich auch die Theorie des „gerechten Krieges“ („bellum iustum“) ihren Ursprung haben.
In Europa im 14. Jahrhundert wütet die Pest. Und eine gnadenlose Jagd auf die „Hexen“ hat begonnen. Nach jahrelangen Kreuzzügen (allerdings wird nicht deutlich, welche gemeint sind!) kehren die Tempelritter Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) frustriert und entkräftet zurück. Sie übernehmen noch einen letzten Auftrag des an Pest erkrankten Kardinals D;Ambroise (Christopher Lee): Sie sollen ein Mädchen (Claire Foy), das als „Hexe“ für die Ausbreitung der Pest verantwortlich gemacht wird, in eine entlegene Abtei überführen.
Dort soll mit einem geheimnisvollen Ritual ihre Macht gebrochen werden, um somit der Pest Einhalt zu gebieten. Zusammen mit dem Gauner Hagemar (Stephen Graham), der den Weg zur Abtei kennt, macht man sich auf. Der Ritter Eckhart (Ulrich Thomsen), der Mönch Debelzag (Stephen Campbell Moore) und der angehende Ritter Kay (Robert Sheehan) stoßen dazu. Doch der Auftrag erweist sich als sehr gefährlich. Bei ihrer Ankunft im Kloster zeigt sich dann, das die Gefahren überall lauern. Schon bald fährt die „Hexe“ aus der Haut. Und das geheimnisvolle Ritual wird zu einem „Zombie-Movie“.
Dominic Sena (Regie) lässt im Wiederschein der Fackeln die alten Verkrüppelungen eines Okkult-Thrillers wieder auferstehen. Dabei zeigt er sich in allen Bereichen unentschlossen; denn „Der letzte Tempelritter“ könnte auch als Historiendrama oder als Action-Film durchgehen.
Von jedem etwas, so soll es dann auch sein. Nach einem langen Gemetzel folgt ein straffer Mittelteil, der sich in einem bombastischen Showdown entlädt; denn die „Hexe“ wird sich schnell in ein abartiges Zombie-Wesen verwandeln und sagt den Tempelrittern nun den endgültigen Kampf an. Dieser ist aber dann doch nichts anderes als schlechter Hokuspokus mit den üblichen CGI-Effekten.
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 26. MÄRZ 2011.
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