THE GREEN HORNET
WIEDER EINE COMICVERFILMUNG
Mit „Batman“, „Superman“, „Hulk“ oder „Iron Man“, dürften sich die Comicverfilmungen etabliert haben. Der Comicautor Frank Striker war es, der in den 1930ger Jahren in Amerika eine Serie über eine Figur mit Namen „Green Hornet“ gestaltete. Hier handelte es sich um einen Zeitungserben, Britt Reid, der mit seinen Vertrauten den Kampf gegen die Verbrechen und Verbrecher aufnimmt. Obwohl er selbst von der Öffentlichkeit für einen Verbrecher gehalten wird, ist dieser „Superheld“ mit der grünen Maske ein Retter, der das tut, was „Helden“ nun mal tun: Verbrechen zu bekämpfen!
Britt Reid (Seth Rogan) hat allerdings nichts Heldenhaftes im eigentlich Sinn an sich. Er strahlt keine Superkräfte aus, ist eher trottelig und benimmt sich daneben. Dagegen hat sein Freund Kato (Jay Chou) all das drauf, was Britt gerne hätte: Besondere Fähigkeiten. Kato entwickelt beste Waffen und ist daneben noch ein Autofreak. Vor allem ist er erfinderisch und ein kühler Kopf.
„The Green Hornet“ (Regie: Michel Gondry) ist im Wesentlichen eine Aufarbeitung des Genres der „Superhelden“ in komödiantischer Form. Daneben stechen die kontroversen Meinungsverschiedenheiten zwischen Reid und Kato ins Auge. Sie sind es auch, die dem Film wohl die Note der Eigenständigkeit geben sollen. Zusammengefasst: Hier werden einige Schicksale dazu benutzt, um erst eine Freundschaft mit Dialogen und Action zu untermauern, die von einer Krise begleitet werden, um dann am Ende mit einer Versöhnung der Kontrahenten den Film zu beschließen.
Neu ist das alles nicht. Die Kostüme, das Design, die Wahl der Waffen- all das wirkt eher so, als komme alles aus dem Verlagswesen der modernen Modedesigner, die das verkaufen wollen, was heute In ist. Man darf sich nun mal von dem schönen Schein nicht täuschen lassen. Das aufgemotzte Verkleidungsspiel leidet doch zu sehr an den immer wiederkehrenden Masken, die die Geschichte sich selbst aufsetzt.
Was Cameron Diaz hier soll, bleibt das Geheimnis der Regie. Ein breites Lächeln sagt nichts aus, auch nichts über schauspielerische Qualitäten. Wenn man alles unter einer Prämisse fassen sollte, dann kann sie nur lauten: Austoben und Action ist angesagt, dann mögen sogar hier und da die Funken sprühen. Ansonsten zerlegt sich der Film durch seine Bilderflut selbst in alle Einzelteile, so dass man nach wenigen Minuten bereits genug hat. Für den Film gilt nun mal: Tue das, was andere auch tun! Die Geburt einer Sternstunde erlebt man hier nicht mit. Auch das schon routinemäßige Ego-Aufpolieren von Seth Rogen und neuerdings auch noch Christoph Waltz, ist ein Hinweis darauf, dass man das Leben der Kunden (sprich: Zuschauer) so gestaltet, als würde man ein Bild für sie malen. Mehr nicht!
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 14. JANUAR 2011.
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