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spacerShining
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Shining Filmposter
Originaltitel: The Shining
Produktionsjahr: 1980
Regie: Stanley Kubrick
Laufzeit: 119 Minuten
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Starttermin D: 16.10.1980
Starttermin US: 23.05.1980
Budget: 19.000.000 $
Produktionsländer: Grossbritannien
Genre: Horror, Thriller

9 von 10 Filmklappen
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Eingetragen von - 08.09.2004
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spacerFILMKRITIK
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spacerDidi | Filmkritik wurde am Samstag, 11. September 2004 eingereicht

SHINING <br> ZWANGHAFT UND NEUROTISCH - EIN BLICK IN DIE SEELE <br> von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 11. SEPTEMBER 2004. <p> Über „Shining“ (Regie: Stanley KUBRICK, 1980) gibt es eine Unmenge an guten Rezensionen. Womöglich gehört der Film zu den besten seines Genres. Für fast alle Rezensenten ist „Shining“ ein Horrorthriller. Hier soll kurz umrissen werden, worum er ganz und gar nicht in dieses Genre hineinpasst. In einem eingeschneiten Berghotel in Colorado verfällt der Schriftsteller Jack Torrance (Jack NICHOLSON), der dort als Hausmeister den Winter mit seiner Familie verbringt, langsam dem Wahnsinn. Das Haus, als Labyrinth konzipiert, provoziert jene Halluzinationen und Angstträume, die sich immer dann auftun, wenn die Psyche sich weigert, sich den Realitäten zu stellen und stattdessen zur zwanghaften Wiederholung der eigenen Identitätskrise neigt. Jack Torrance ‚sieht’ sich den Bluttaten gegenüber, die vor Jahren in diesem Hotel geschahen und verfällt langsam dem Wahnsinn. Er attackiert seine Frau, seinen Sohn, die nur mit knapper Not einem Mordanschlag entgehen. „Shining“ ist ein Film, der nur an der Oberfläche ein effektvoller Horrorfilm ist. In Wirklichkeit ist der Film eine virtuos inszenierte Studie über die Wechselwirkung von Wirklichkeit und Schein, Realität und Illusion. Der Film ist ein Beispiel für die traumatischen Abgründe der Seele, die sich jenseits des gesunden Menschenverstandes auftun. Die suggestive Symphonie des Schreckens führt den Zuseher beständig in die Irre. Am Ende des Films weiß man nicht, wer Jack Torrance eigentlich war und was man da gesehen hat. Die Intensität der Anfangsszenen wirken durchaus nach, wenn man bedenkt, dass spätere Filme (vgl. etwa „Spider“) die Drohungen und die Schrecken, die möglich sind, außerordentlich gut abzubilden verstanden, und die sich bei KUBRICK bedienten. Hier ist die Erinnerung präsent, dass KUBRICK nicht nur seine eigenen Schreckenserfahrungen, die sich in zig Alpträumen widerspiegelten, verarbeitete, sondern dass er beim Zuschauer auch dann die Angst lebendig hält, wenn der Film längst beendet ist und man sich auf den Weg zur wohlbehüteten Stube macht. Dass die psychischen Depressionszeiten nie vorbeigehen, ist über die Konventionalität der späteren Schocker hinweg hier fantastisch vergegenwärtigt. Die Mischung aus Realismus, Einsicht, Verwilderung des Geistes und melodramatischen Einflüssen kann als Errettungsgeschichte der eigenen Welt verstanden werden. Sie ist es aber nicht unbedingt, wenn an die Wechselbäder aus Hoffnung und Tragik gedacht wird und der verzweifelten Suche nach der Würde. <p> Nur wenige Filmemacher beherrschen diese Klaviatur. Die beachtliche Steigerung in diesem Film lässt darauf schließen, dass die eigenen Konfusionen und Desorientierungen noch zerstörerischer sind als die grausamen Details, die uns KUBRICK offerierte. Offenbar hat nur der Schizophrene Zugang zu dieser Marterung der Seele. Das Verdienst von Stanley KUBRICK ist es allerdings, dieses psychotische ‚Werden’ aus der Hülle befreit zu haben, so dass ansatzweise nachvollzogen werden kann, was sich in der Paranoia zu entwickeln beginnt. Der klirrende Alptraum von Colorado scheint zu elektrisieren, zu hypnotisieren, wenn man sich auf KUBRICK und seine Odyssee einlässt. In seiner Grandiosität wartet KUBRICK mit überwältigen Bildern auf, die sich nach dem Kinogang unauslöschlich einprägen. Aus den Tiefen dieser Leinwandmatrix und der sie sprengenden Visionen, kristallisiert sich ein seltsames Paradoxon heraus: die schizophrene ‚Klarheit’ ist eine (ominöse) Erkenntnispforte des eigenen Zustandes, nahezu omnipräsent. Das labyrinthische Gewirr aus Türen und verschachtelten Gängen, die einem spiegelbildlichen Irrgarten auf dem Jahrmarkt gleichen, lockt den Zuschauer ins eigene Abbild, in eine Sicht der Dinge, die immer neue Fragen aufwerfen. Es ist nicht nur die rätselhafte Schlusseinstellung, die aufwühlt, wenn Jack Torrance sich im schneebedeckten Wirrwarr der ihn umgebenden Hecken niederlässt, sondern der Sinngehalt des finalen Sturzfluges, dass sich die zeitlose Gewissheit verdichtet, unnormal unter Normalen zu sein, und dass sich diese Grenze ständig verschiebt. <p> Das Labyrinth von KUBRICK mag geschichtspessimistisch gedeutet werden. Der Film ist jedoch zeitlos, weil sich die dunklen Untertöne in einem Ballon des eigenen Aufbruchs und der visuellen Erfahrungen niederschlagen. In „Shining“ verkehrt sich die Welt immer. Sie kann nicht nur einen Wahnsinnigen aus dem Gleichgewicht bringen. Die extreme Unsicherheit menschlichen Handelns enthüllt hier die bizarre Hilf- und Kopflosigkeit in ausweglosen Situationen. Die Logik des sperrigen Grübelns greift nicht; denn das Grundmotiv aus „Shining“ ist, sich mit den gebrochenen Identitätskrisen des Modernismus, mit den Schattenrissen zu identifizieren. Das geht nach KUBRICK nur über (Irr-)Glauben an die scheinbar so erhabene Vernunft. Der systematische Wahn, den NICHOLSON verkörpert, ist die Differenz zwischen der Gegenwart und der Zukunft. Jene Reste von Menschlichkeit, die wir verspielt haben, erscheinen durch die manifeste Handlung wie auf einem Tablett gereicht. Der Verzicht von KUBRICK, diesen Film aufzulösen, zeigt, dass der Vorwurf einer distanzierten Kälte nicht zutrifft, und dass der Zuschauer nicht die Abrichtung akzeptieren soll, sondern die disziplinierte Hölle. Und keinesfalls sollen die Gefahren, die er auf der Leinwand zeigte, ein Gefühl dieser Unvermeidbarkeit im Alltag aufkommen lassen. Denn wer die Wirklichkeit mit diesen Schüben verwechselt, der hat nicht begriffen, dass beides in einem dialektischen Zusammenhang steht. Leben ist Wahn und Wahn bedeutet zu leben und mit ihm das Leben zu gestalten. <p> Auffällig ist bei „Shining“, dass es KUBRICK vermeidet, den Film mit einer eigentlichen Story zu unterlegen. Jack Torrance ist auch keine Figur im eigentlichen Sinne. Jack NICHOLSON war hier ein Glücksfall; denn als Identifikation mit dem Wahn verführt er. In seiner Ausdrucksfähigkeit übersteigt er alles, was später auf diesem Sektor gefilmt wurde. Mit der einzigen Ausnahme, Ralph FIENNES aus „Spider“, kann man seinen blutigen Einbruch nachvollziehen. Jack Torrance ist auch nicht unbedingt Jack NICHOLSON, sondern das alltägliche Zerstörungsballett, eine bedrängte und nicht auflösbare Gestalt. KUBRICK hat seine tiersitzende Ablehnung gegenüber der Herrschaft der Vernunft immer wieder auf psychotische Gestalten übertragen. Menschen, die gespaltene Persönlichkeiten waren und sind, verbergen sich unter dem Deckmantel der Paranoia in uns. Auf eine eindringliche Art zeigt das “Shining“. Man geht in diesem Film auf die Reise, ins eigene Ich, ins eigene Labyrinth. Sein Film ist Recherche. Jedoch nicht Ekel, Resignation und Zynismus. Seine Bilderrätsel sind Denkrätsel, deren Lösungswege nichts garantieren, aber auch nicht vorgezeichnet sind.

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