TOOTSIE
KOMMENTAR
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 28. OKTOBER 2008.
Hans Albers hatte sich in Frauenkleider gesteckt, Peter Frankenfeld, Harald Juhnke u. v.a. Robin Williams war „Mrs. Doubtfirfe“ (Regie: Chris Columbus, 1993), eine außergewöhnliche Frau. In „Charleys Tante“ (Regie: Geza von Cziffra, 1963) war Peter Alexander in Damenwäsche zu sehen. Der Fetisch ist nun überall anzutreffen. Keine Hardcore Mediathek, die nicht eine spezielle Ecke dafür hätte. Der Unterhaltungswert hat nun mal eine Stufe erreicht, wo im Film nahezu alles möglich wird.
Das irritierende Spiel als „Wechselbalg“ durch einen Film zu hetzen, hat etwas, wenn etwa an das schauspielerische Talent eines Robin Williams gedacht wird. Der Identitätstausch mit heillosen Verwirrungen und heraufbeschworenen Katastrophen, präsentierte oftmals die Gegenseite Hollywoods, streute aber im Endeffekt nur altbekannte Kalauer und strebte im Plot nicht selten die Versöhnung mit der Filmschmiede an.
In „Tootsie (Regie: Sydney Pollack, 1982) verkleidet (oder entkleidet?) sich der arbeitslos gewordene Michael Dorsey (Dustin Hoffman) als Frau, um endliche eine Rolle in einer Fernsehserie zu bekommen. Was recht amüsant beginnt, endet mäßig und wenig überzeugend. Die Story ist nicht anspruchsvoll, weil sie nie den „Charleys-Tante“ Effekt verlässt.
Hoffman und Pollack (als George Fields) spielen sich gegenseitig die Bälle zu, wirken aber dabei in ihrer Komik doch recht statisch. Die Parodien über die Absurditäten des Showbizz erreichen nie künstlerisches Niveau. Der Tausch der Geschlechterrollen wirkt doch zu sehr aufgesetzt. Der Staraufgebot konnte sich indes sehen lassen: Geena Davis, Bill Murray und Jessica Lange versuchten hier ihr Glück.