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spacerDie Eisprinzessin (2005)
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Die Eisprinzessin Filmposter
Originaltitel: Ice Princess
Regie: Tim Fywell
Laufzeit: 92 Minuten
FSK-Freigabe: ungeprüft
Starttermin D: 28.07.2005
Starttermin US: 18.03.2005
Budget: nicht bekannt
Produktionsländer: USA, Kanada
Genre: Drama, Komödie

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Eingetragen von Egger - 27.07.2005
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spacerFILMHANDLUNG

Obwohl die Schülerin Casey ein echtes Physik-Genie ist träumt sie eigentlich nur von einer Karriere als Eiskunstläufernin. Ihre Mutter (Joan Cusack) versucht sie dagegen eher zu einem Harvard-Stipendium zu überreden. Für die Bewerbung an der Universität leitet Casey Formeln ab, die beim Eiskunstlaufen zum Tragen kommen. Sie besucht die Olympia-Teilnehmerin Tina (Kim Cattrall) am Eisring, um Nachforschungen anzustellen. Dort trainiert neben Tina auch noch deren Tochter Gen und ihre Clique. Als Casey selbst Eiskunstlauf-Stunden nimmt, verhalten die sich jedoch wenig kameradschaftlich.

spacerSCHAUSPIELER/INNEN UND IHRE ROLLEN
Bild von Joan Cusack
Joan Cusack
als Joan Carlyle
Bild von Kim Cattrall
Kim Cattrall
als Tina Harwood
Bild von Michelle Trachtenberg
Michelle Trachtenberg
als Casey Carlyle
Bild von Hayden Panettiere
Hayden Panettiere
als Gen Harwood
Bild von Trevor Blumas
Trevor Blumas
als Teddy Harwood
Bild von Connie Ray
Connie Ray
als Nikkis Mutter
Bild von Kirsten Olson
Kirsten Olson
als Nikki
Bild von Juliana Cannarozzo
Juliana Cannarozzo
als Zoe Bloch
Bild von Jocelyn Lai
Jocelyn Lai
als Tiffany
Bild von Steve Ross
Steve Ross
als Mr. Bast
spacerREGIE UND CREW
Regisseur : Tim Fywell
Drehbuchautor : Hadley Davis
Buchautorin : Meg Cabot
Buchautor : Hadley Davis
Produzentin : Bridget Johnson
Kameramann : David Hennings
Schnitt : Janice Hampton
Casting : Ross Clydesdale
Casting : Randi Hiller
Casting : Sarah Finn
Szenenbild : Lester Cohen (I)
Kostüme : Michael Dennison
spacerFILMKOMMENTARE
Didi
geschrieben am 12.01.2011 - 12:04 Uhr
DIE EISPRINZESSIN

KOMMENTAR

Was Eltern mit ihren Kindern machen, damit sie eine „Sportkanone“ werden, ist hinlänglich bekannt. Der  institutionalisierten Sport, der heute in die Ära der kriminellen Globalisierung eingetreten ist, in der korrupte Funktionäre das Sagen haben und mit mafiösen Interessengruppen zusammenarbeiten (siehe Fußball WM Vergabe), die jenseits von Gesetz und Moral handeln und ihn in ein pures Profitunternehmen verwandelt haben, spielt heute nur noch die Rolle einer modernen Politikform mit deutlichen Merkmalen der internationalen Zentralisierung des ökonomischen Handelns.
Die „Agenten des Sports“ haben ihn zu reinen Kapitalakkumulationsmaschinen verwandelt, zu einem Fetisch, der auf die Logik der Rekorde in allen Bereichen setzt. Er mündet möglicherweise in die gesamte kriminelle Phalanx ein, die es heute gibt (Drogen und Dopingmittel, Geldwäsche, Blutwäsche, Korruption, Spielmanipulationen und Steuerhinterziehungen). Möglicherweise ist er sogar mit nationalen und/oder nationalistischen Ideen verbrämt (Gewalt in den Stadien, Hooliganism). Jedenfalls: Der heutige Sport ist zu einem reinen „Pflichtprogramm der faulen Geschäfte“ entartet.

Nachwievor ist er dennoch von gesellschaftlicher Relevanz. In der Regel fängt es harmlos an: Mütter und Väter melden die junge Tochter, wie hier, zum Eislauftraining an, manchmal oder öfter gegen deren Willen. Es folgt: Training bis zum Erbrechen, keine Freizeit, harte Rückschläge, dann die ersten regionalen Meisterschaften, dann das ganze Pflichtprogramm bis zur Kür, den Nationalen,- Europa- und Weltmeisterschaften.

Nun ist es in der „Eisprinzessin“ nicht so arg. Doch kann man hier zu allen anderen Sportarten deutliche Parallelen finden.  Was Kinder wollen, was Eltern wollen?", ist eigentlich immer dieselbe Frage: Die Sprösslinge sollen es besser haben, als sie selbst, sie sollen Ruhm und Ehre und nach Möglichkeit jede Menge Geld einfahren.

Das harmlose Teenager-Mädchen weiß nicht, was da passiert. Schließlich ist sie in der Physik eine Größe in der Schule und spricht sogar in Harvard vor. Das wird sich ändern: Sie stellt Berechnungen von eislaufenden Mädchen an, die dann aufgrund ihrer physikalischen Hinweise (etwa wie Pirouetten zu drehen sind) deutlich bessere Trainingsergebnisse vorweisen.

Die kluge Casey (Michelle Trachtenberg) ist das, was viele Teenager sind: Schüchtern und die Unschuld vom Lande. Als sie eines Tages physikalische Berechnungen über das Eislaufen anstellt, ändert sich deutlich ihr Verhältnis zur Mutter, zu ihren Mitschülerinnen und auch zu ihrer schulischen Leistung. Und sie findet selbst Spaß am Eislaufen. Sie trifft auf eine Trainerin, die beginnt, ihr den nötigen Schliff zu geben. Die Mutter von Casey behandelt das Ansinnen der Tochter zunächst abschlägig, wird dann aber später auf den Zug der totalen Vereinnahmung durch den Sport abfahren.

Casey selbst reagiert pubertierend: Keine Lust auf Schule, Zoff mit der Mutter, Zickenkrieg. Trotzdem geht sie weiter aufs Eis. Da wartet auch schon der „Eiswart“. Na Ja: Irgendwann muss es ja auch mal sein! Damit ist die ganze Dramaturgie schon aufgezählt: Die Kleine wird sich später sogar verlieben, der erste Kuss folgt. Und auch das Eislaufen wird jetzt mehr und mehr zur Pflicht. Die Mutter und die Trainerin werden sogar Freunde. Nun kann „Der Eisprinzessin“ nichts mehr im Wege stehen. Nur sie selbst!

„Sportlich“ betrachtet, sind dem Film viele Hinweise auf die heutigen „Sportlerkarrieren“ zu entnehmen, auf die Ungereimtheiten zwischen Anspruch und der Verwirklichung in der Praxis, auf die geschundenen Körper der kommenden „Idole“, auf mögliche Manipulationen (hier: der Eislaufstiefel von Casey, Bewertungsrichter). Viele Verlierer und weniger Gewinner stehen hierbei auf der Habenseiten. Aber auch die selbstgeschaffenen Regeln mit eigener Gerichtsbarkeit, dem „Starkult“ und der möglichen späteren Gewinnmaximierung, rufen in Erinnerung, dass die „sozialen Verwerfungen" selbst vor diesen (unteren) Klassen nicht halt machen.

Womöglich ist dieser Ansatz zu weit gegriffen? Noch kann das Mädchen lachen. Wenn sie aber erst einmal in den unweigerlichen Strudel des „Blut Leckens“ hineingeraten ist, dann gibt es kein Halten mehr. Casey hat den Weg der totalen Bewusstseinsvernebelung eingeschlagen. Sie ist nicht die Einzige, die dem Anraten ihrer Trainerin folgt: „Du hast Talent, aus Dir kann was werden!“

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 12. JANUAR 2011.
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